Journal

11. Juli 2017

Neu in Sukhavati – das Offene Trauercafé

Die Trauer annehmen, ohne in ihr zu versinken – in dieser Haltung fand Mitte Mai das erste Offene Trauercafé in Sukhavati statt. Es wurde ein berührender Abend. Dass dieses neue Angebot im Vorfeld für ein überraschend großes Pressecho gesorgt hatte, zeigt die gesellschaftliche Relevanz einer Auseinandersetzung mit dem Thema Trauer.

An diesem Freitagabend kamen Angehörige von in Sukhavati Verstorbenen und Menschen, die bisher noch keine direkte Verbindung zum Zentrum gehabt hatten; es kamen Mitarbeiterinnen und Bewohner des Hauses. Die Anregung zum Trauercafé stammte vom Ehemann einer Frau, die im letzten Jahr in die Sukhavati Pflege ziehen sollte, zuvor aber verstarb.

Die Besucher des Trauercafés brachten sehr unterschiedliche Erfahrungen, Geschichten und Trauerzeiten mit. Ihrer aller Trauer hatte bisher selten einen angemessenen Raum gefunden, um sich ausdrücken zu dürfen. Stattdessen waren viele von ihnen auf wohlmeinende, aber unpassende Ratschläge gestoßen, auf schnell genervte Zuhörer, auf taube Ohren oder Unverständnis. Trauer, so das allgemeine Empfinden, ist ein Gefühl, das möglichst zügig überwunden werden sollte.

Und hier setzt das Trauercafé an: Im Mittelpunkt steht der offene Austausch, ermöglicht durch eine Atmosphäre der Akzeptanz und des Respekts, der Präsenz und des Mitgefühls. Im Kern der Trauer sind alle miteinander verbunden - ein Bewusstsein, das als Weg aus Isolation und Einsamkeit dient.

Mithilfe von Meditationsübungen der tibetisch-buddhistischen Tradition kann es gelingen, innere Ressourcen zur Bewältigung der Trauer freizusetzen und wieder mehr Lebensfreude zu spüren.

Am ersten Abend trug sich die Gruppe mit viel Verständnis und Offenheit, alle fanden das Treffen für sich wertvoll und äußerten den Wunsch, wiederkommen zu können. Den Abschluss bildete eine sehr kraftvolle Meditationspraxis.

Das Trauercafé wurde ganz bewusst als ein Format angelegt, das sich weiterentwickeln darf und soll. Phasen des Innehaltens, der Meditation und des Austauschs werden auch zukünftig jeden Abend prägen. Darüberhinaus wird das Team von Sukhavati aber darauf reagieren, wie die Besucher diese zwei Stunden erleben, was sie sich wünschen und wie sich die Termine unterscheiden können, ohne dass die Ausrichtung aus dem Blick gerät: der Trauer einen Platz zu geben, sie da sein zu lassen, denn Trauer ist keine Krankheit.

Haben Sie eine Anregung oder einen Kommentar? Schreiben Sie uns gerne mit dem Betreff "Trauercafé": info@sukhavati.eu.

Das Offene Trauercafé findet in der Regel jeden Monat statt. Alle Termine im laufenden Jahr:

21.07.2017 | Fr 18 - 20 Uhr

25.08.2017 | Fr 18 - 20 Uhr

15.09.2017 | Fr 18 - 20 Uhr

13.10.2017 | Fr 18 - 20 Uhr

10.11.2017 | Fr 18 - 20 Uhr

15.12.2017 | Fr 18 - 20 Uhr